Winterhaarpflege

Winterhaarpflege

Winterhaarpflege
Winterhaarpflege

Wenn die Haut im Winter strapaziert und nicht ausreichend gepflegt wird, kann sich das bemerkbar machen. Sie spannt, rötet sich und schmerzt – Warnzeichen und Hilferufe. Haare hingegen sind „stumm“, man spürt nicht, dass sie leiden – deshalb vergessen viele, die Pflegeroutinen an die kalte Jahreszeit anzupassen.

Muss gleich ein komplett anderes Shampoo her? Was hilft wirklich gegen immer wieder statisch aufgeladene Haare? Und den gemeinen Haarfilz, der sich im Nacken durch den Schal oft bildet? Die wichtigsten Fragen zu dem Thema beantwortet Haarexpertin Janina Ehrenberg von Wella Professionals.

Brauchen meine Haare im Winter ein anderes Shampoo?

„Nicht zwingend. Die Haare werden sowohl im Sommer durch die Sonne als auch im Winter strapaziert“, sagt die Expertin und rät vor allem bei gefärbten Haaren zu einer speziellen Pflege im Winter. „Sind die Haare dunkel gefärbt, benötigen sie eine farberhaltende Pflege, um den Farbton zu sichern. Sind die Haare hell gefärbt, benötigen sie viel Feuchtigkeit und Repair-Pflege, da eine Blondierung die Struktur der Haare angreifen kann.“

Was kann man gegen fliegende Haare tun?

Und woher kommt das überhaupt, dass Haare im Winter öfter mal vom Kopf abstehen? „Wenn Haare trocken und strapaziert sind, neigen sie noch leichter dazu, sich statisch aufzuladen, also zu ‚fliegen‘. Durch den Wechsel von Kälte und warmer, trockener Heizungsluft fliegen die Haare im Winter mehr als im Sommer.“ Dementsprechend ist es wichtig, dass die Haare im Winter mit ausreichend Pflegeprodukten und Feuchtigkeit versorgt werden: „Dies gleicht die negative Ladung des Haares wieder aus.“ Das können etwa Öle sein, die über die Frisur gestrichen werden. Diese sind aber bei feinen Haaren nicht zu empfehlen, da sie das Haar schnell fettig aussehen lassen können. Janina Ehrenberg empfiehlt einen Conditioner, der nach der Wäsche ins Haar gegeben und nicht mehr ausgewaschen wird. Auch eine leichte BB-Lotion in der Handtasche kann die Haare zwischendurch bändigen.

Und was hilft gegen trockene Kopfhaut?

Die kommt oft durch die trockene Heizungsluft. Und wie für die Haut am Körper, gibt es auch spezielle Cremes für die Kopfhaut, die gegen das Jucken helfen. „Eine Balance-Lotion spendet der Kopfhaut Feuchtigkeit, nimmt das Spannungsgefühl und den Juckreiz“, sagt Ehrenberg. Denn nur weil dieKopfhaut  juckt und eventuell schuppt, muss nicht ein Anti-Schuppen-Shampoo das Mittel der Wahl sein. Oft trocknet das durch den tiefenreinigenden Effekt die Kopfhaut sogar noch mehr aus.

Was tun, wenn die Haare im Winter schnell verfilzen?

Wenn die Haare reichhaltig mit Feuchtigkeit versorgt sind, passiert das in der Regel weniger. Besonders bei spröden oder trockenen Haaren kann es leicht zur Verknotung der Längen kommen, speziell wenn der Schal oder die Mütze daran reiben. Deswegen sind Knoten oder gar filzige Partien ein deutliches Anzeichen dafür, dass man mehr Pflegestoffe ins Haar bringen muss. Nach dem Waschen sollte man dann eine reichhaltige Leave-In-Pflege ins feuchte Haar geben. Und Ehrenberg hat noch einen schnellen Tipp für unterwegs: „Zwischendurch immer wieder mit den Fingern entwirren oder einen groben Kamm dabei haben.“ Im Übrigen: Wer seine Haare oft im Schal oder im Kragen versteckt, der läuft Gefahr, leichter Spliss zu bekommen. Denn durch die ständige Reibung wird die Oberfläche rau und damit anfälliger für Schäden.

Und was macht man gegen platte Haare?

Auch wenn es nach wie vor sehr hip ist, die Mütze in geschlossenen Räumen anzulassen: Irgendwann muss man sie ja doch abnehmen. Und dann liegen die Haare eng am Kopf an und sind angedrückt. Ehrenberg hat einen Tipp dagegen: „Am besten ein kleines Trockenshampoo immer in der Handtasche dabei haben und kurz unter den Haaransatz sprühen. Das bringt das Volumen in den Ansatz zurück.“

Und was kann man tun, wenn die Haarfarbe im Winter gräulich und glanzlos aussieht?

Klingt auch eigentlich ganz logisch. Im Winter gibt es weniger Sonnenlicht, deswegen sehen Haare schneller stumpf und glanzlos aus. Ganz unabhängig davon, ob man das richtige Shampoo und die richtige Pflege verwendet. Um dem Haar mehr Glanz zu geben, gibt es spezielle „Glossing“-Treatments beim Friseur. Das wirkt für ein paar Wochen, ähnlich einer Intensivtönung, und kann auch zum Auffrischen der Farbe verwendet werden. „Die Farbe wird ganz schwach gemischt und funktioniert dann als Tönung und Pflege der Haare. So kann man seinen Blondton wieder auffrischen und lebendiger gestalten, ohne das Haar zu strapazieren“, so die Expertin.